Studie - Eine ökonomische Analyse des Imkerei-Sektors in Deutschland

Studie der Universität Hohenheim, Institut für Landwirtschaft und Betriebslehre befasst sich mit der ökonomischen Analyse des Imkerei-Sektors in Deutschland.

Die Studie gibt einen umfassenden Einblick in die aktuelle Situation des Imkereisektors und seine volkswirtschaftliche Bedeutung in Deutschland. Sie bezieht auch die eng mit dem Sektor verbundene Landwirtschaft mit ein, da diese beiden Sektoren sich wechselseitig beeinflussen und voneinander profitieren können. Dem Imkereisektor kommt speziell wegen der Honigbienenbestäubung im bestäubungsabhängigen Pflanzenbau eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung zu. Die Wertschöpfung der Honigbienenbestäubung im Nahrungspflanzenanbau wird mit maximal 1,6 Milliarden Euro auf das bis zu 13-fache der berechneten Wertschöpfung für Honig- und Wachs (ca. 0,12 Milliarden Euro) geschätzt. Anhand der Experteneinschätzungen und der räumlichen Analyse am Beispiel Baden-Württembergs liegt jedoch die Vermutung nahe, dass die derzeitige Dichte an Bienenvölkern vor allem in großstrukturierten Agrarlandschaften und in Sonderkulturanbauregionen keine ausreichende, flächendeckende Bestäubung sicherstellt.

Um die aktuellen Herausforderungen zu identifizieren und mögliche Maßnahmen zu konzipieren, die eine (Bestäubungs-)Zusammenarbeit zwischen Imkern und Landwirten zukünftig fördern könnten, wurde die Expertise von Fachleuten aus beiden Sektoren im Rahmen von Leitfadeninterviews, einer schriftlichen Befragung und einem Experten-Workshop zusammengetragen. Aufgrund der dabei gewonnen Erkenntnisse wird empfohlen (1) das Thema Insektenbestäubung verstärkt in der Aus- und Fortbildung und Fachberatung zu berücksichtigen, (2) mehr praxisbezogene Forschung zum Thema Bestäubung durchzuführen und dabei offene Fragen zur Auswirkung von Pflanzenschutzmitteln auf Honigbienen und andere Bestäuberinsekten zu beantworten, (3) private und öffentliche Veranstaltungen, etwa Messen, Fachvorträge, Workshops, etc. für den Wissenstransfer zu nutzen, (4) private (Landwirt und Imker) und öffentliche Zusammenschlüsse (z.B.: Imker, Landwirte, Agrar- und Veterinärverwaltung) zu formen, (5) die Standorte von Bienenständen mit ihren jeweiligen Ansprechpartnern in einer zentralen Auskunftsplattform publik zu machen, sodass Landwirte „bienenrelevanten Tätigkeiten“ (z.B. der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln) besser mit den betroffenen Imkern abstimmen können, (6) eine ausreichende finanzielle Förderung von Agrarumweltmaßnahmen und bienenfreundlichen Pflanzenschutztechniken zu gewährleisten, und (7) einen Bürokratieabbau in der Agrarverwaltung anzustreben. Ergänzend zeigt die Studie einen Datenmangel in verschiedenen Bereichen auf, welcher die ökonomische Analyse im Imkereisektor im Vergleich zu anderen Betriebszweigen der Tierhaltung erschwert.

Die gesamte Studie finden Sie -> hier zum Download.